KMU

08. Feb. 2018

Blockchain und Smart Contracts - steht eine digitale Revolution bevor?



AMATIN AG Rechtsanwälte / Attorneys at Law (contact: Roman Kälin-Burgy, Martin Boos), Basel, Switzerland - in the heart of the Swiss Economic Backbone Zurich-Basel-Geneva.

Die digitale Entwicklung wird ermöglichen, (Massen‑) Verträge zukünftig als Programme auf einer sogenannten Blockchain zu errichten.

Eine Blockchain ist eine softwarebasierte Technologie, welche elektronisch ausgeführte Transaktionen und weitere Vorgänge in chronologischer Reihenfolge digital erfasst und dezentral an mehreren Orten speichert. Sie ist grundsätzlich jedermann offen und funktioniert ohne eine zentrale Aufsicht oder einen Vermittler. Die auf der Blockchain vorhandenen Daten werden kodiert und können nur vom Berechtigten mittels eines sogenannten Private Key entschlüsselt werden. Sie sind kaum manipulierbar, da die Datenkette auf verschiedenen Rechnern des Peer-to-Peer-Netzwerks kopiert wird. Wer demnach die Blockchain verändern möchte, müsste auch die genannten Kopien auf den Rechnern anderer, mit grosser Wahrscheinlichkeit unbekannter Nutzer verändern.

Die Blockchain erlaubt es also, Daten unveränderbar zu speichern und kann somit auch zu Beweiszwecken dienen. Diese Eigenschaften ebnen ihr den Weg zum Anwendungsbereich rechtlich bindender Verträge, sogenannter Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Programme respektive Transaktionsprotokolle, welche Verträge oder einzelne Bestimmungen davon abbilden und automatisiert ausführen, etwa eine Zahlung auslösen, wenn bestimmte, vorprogrammierte Bedingungen eingetreten sind. Diese Automatisierung der Vertragserfüllung hat den Vorteil, dass sie schneller und kostengünstiger ist als die traditionelle. Zudem können Leistungen nicht mehr grundlos oder böswillig verweigert werden. Dies ermöglicht auch Geschäfte zwischen Parteien, welche sich nicht vertrauen, was den potentiellen Kundenstamm erheblich erweitern kann.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die neue Technologie eine Fülle an Fragen an der Schnittstelle von Informatik und Recht aufwirft: Wer haftet für eine fehlerhafte Programmierung eines Smart Contract? Welchem Recht soll der Vertrag unterworfen sein? Wie sieht es mit der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen aus?

Smart Contracts eröffnen ein interessantes Anwendungsfeld gerade für das Massengeschäft. Ob die damit verbundenen Vorteile die Risiken der neuen Technologie aufzuwiegen vermögen, wird sich mit der technischen Entwicklung der nächsten Jahre noch zeigen müssen.

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